Soviele Menschen habe ich in meinem Leben getroffen, sind mir begegnet, welche mir nicht gut gestimmt waren. Die lügen. Die schauspielen. Die abwerten. Die bewusst runterdrücken. Dir mir Intelligenz absprachen. Die mir nichts zutrauten.
Die keine Loyalität entwickelten. Die oberflächig waren. Die sich selbst als das Einzige sehen. Die Täter-Opfer-Umkehr betrieben. Die wegschauten. Die urteilten aber nie nachfragten. Die mich mit ihren gelebten Vorurteilen in Schubladen steckten. Die, wenn ein Lebensmodell etwas komplexer ist, sich abwenden. Die Kindern Schuld zusprechen für des Elterns tun und sein. Die abwerteten weil meine Familie kaputt ist. Die meine mentale Gesundheit (um es nett auszudrücken) infrage stellten, weil ich mich von meiner Familie verabschiedet habe. Die Wahrheit als Lüge abtun, weil die Wahrheit anstrengt, absurd und nicht immer verständlich ist.
So viele schlechte Energien. In so vielen Jahren. Und sehr wenige Menschen die leuchten.
Warum existieren mehr Menschen mit negativer Energie als mit Positiver? Im ersten Moment, fühlt sich für mich, Negativität einfacher und leichter an.
Ach, wirklich?
„Das hab ich Dir nicht zugetraut“.
„Sowas kannst Du? Sowas magst Du ?“
„Ach wirklich?“
So oft gehört und jedesmal impleziert es kein Wohlwollen. Was und wie sollte ich mich verhalten, aussehen und schauspielen, damit solche indirekten Abwertungen nicht passieren? Liegt hier nicht der Fehler bereits in der gestellten Frage?
Ich habe in meinem Leben schon so viel erlebt, gelebet und erreicht. Sei es seelisch, beruflich, handwerklich und freundschaftlich. Es ist nie genug. Selbst wenn ich den Erfolgsdefinitionen Anderer entsprechen wöllte und Millionärin wäre, würde es nicht reichen. Abgesehen davon, dass die fordernden Menschen selbst keine sind.
Ach, kann man damit Geld verdienen?
Der oft gehörteteste Satz in meiner Selbstständigkeit. Ausgesprochen in einer nicht wohlwollenden Tonlage.
Bis heute kann ich mir den Zweck dieser Frage oder eher Wertung, nicht beantworten.
Welche Intention steckt hinter solch einer Frage? Außer abzuwerten um sich selbst evtl. besser zu fühlen?
Zu keiner dieser fragenden Personen habe ich ein nennenswertes Verhältnis. Denn der Kontext, solch einer Frage, zeigt sehr deutlich ob ich hier in einen Kontakt bleiben möchte.
Grundsätzlich ist mir, seit meiner damaligen Gründung meiner Selbstständigkeit, sehr viel Kompetenz von Nicht-Selbstständigen abgesprochen wurden. Sei es direkt oder indirekt. Es wurden Haarnadeln im Heuhaufen gesucht, um mir mitteilen und zeigen zu können wie schlecht doch meine Selbstständigkeit sei und wird. Das dies oder das ja nicht ausreichend erscheint. Und das ein Scheitern kommen wird.
Auch von vermeintlichen Kooperationspartnern wurden Behauptungen aufgestellt, dass es bei mir nicht laufen würde. Wobei ich denen stetig Kunden vermittelt hatte und nicht andersrum.
Grundsätzlich hinterfrage ich die indirekt negativen Handhabe von „Scheitern“, in unserer Kultur, sehr. Ich sehe Scheitern als nichts Negatives. Es impliziert Bewegung. Veränderung. Perspektiven.
Hierzulande ist es allerdings so, selbst wenn ich nach 12 Jahren Selbstständigkeit, mich für eine Festanstellung (egal aus welchen Gründen) entscheiden würde, wäre dies für Andere ein Scheitern im Sinne von Versagen. Final, hierfür lege ich meine Hand ins Feuer, kommen dann von den hier erwähnten Menschen Aussagen wie „ich habs doch gewusst“, „war doch klar“.
Hier liegt das Problem nicht bei mir, sondern im Gegenüber. Leider mach ich mir dies zu selten bewusst.
Ich bin allerdings sehr traurig und müde über diese geführte und geliebte „Scheitern-Kultur“. Sie bremst und verschenkt Potential.
Für mich nicht erstrebenswert
Es gab Zeiten, viele Zeiten, da hatte ich mich gefragt, was ich an mir habe oder wie ich mich verhalte, warum mir dieses Abwerten und Null-Zutrauen immer und immer wieder passiert. Seit meiner Kindheit. Sei es die Familie, Lehrerinnen, Lehrer, Kolleginnen, Kollegen, Komilitonen, Komilitonninen, Klassenkameradinnen, Klassenkameraden, Fremde, Bekannte, vermeintliche Freunde, Professurinnen, Professuren, Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner, Ex-Partner.
Als Resultat hatte ich immer angenommen das es an meiner Ehrlichkeit und Offenheit liegt. Ich gebe vermeintliche Schwäche zu, rede über Scheitern, über Fehler, Ängste, Sorgen und sehe darin keine Abwertung an mich, sondern sehe diese als Teil des Lebens und Bereicherung des Lernens.
Oft wurden mir meine offenen Worte, in anderen Situationen, als negativ ausgelegt oder herbeigezogen um irgendeine Situation zu erklären bzw. deren Probleme auf mich umzuwälzen.
Nach solchen Situationen fragte ich mich oft, was Menschen sich denn wirklich wünschen. Oberflächigkeit. Schauspiel. Lügen. Vorspiel und ja keine Schwäche?
Das klingt, in meiner bevorzugten Weltanschauung, sehr gruselig und nicht lebenswert.